WELTCUP #3 BIKEPARK LEOGANG

Der dritte Weltcup in dieser Saison führte das GTR-Team nach Österreich. Genauer gesagt Leogang und dessen Bikepark. Im letzten Jahr wurden hier die MTB Weltmeisterschaften ausgetragen und für dieses jähr ist der beschauliche Ort bei Saalfelden zum ersten Mal Teil des Weltcup-Zirkuses. Während die UCI Junior Serie erst nächste Woche beim Profis Swiss Bike Cup in Gränichen weitergeht, standen an diesem Wochenende nur die U23 und Elite Herren des Untermünkheimer Teams am Start.


Sven Strähle in einer der anspruchsvollen Abfahrten in Leogang

Für Florian Hamm und Noah Neff war es wie auch für Luis Neff und Tim Feinauer der dritte Weltcuplauf des Jahres. Sven Strähle, der beeindruckend eine Woche zuvor sein Comeback nach Schlüsselbeinbruch gefeiert hatte, stoß zu diesem Quartett hinzu und vervollständigte das Team an diesem Wochenende.



Der Kurs wurde von den Jungs als sehr steil bergauf und technisch anspruchsvoll in den Abfahrten eingestuft. Hier wurde am Freitag vor dem Rennen an der ein oder anderen Stelle mehrfach gefahren um die perfekte Linie für das Rennen zu finden. Über das Wochenende regnete es immer wieder kurz, aber heftig, sodass die Strecke durchgehend leicht feucht war. Dies machte vor allem die steilen und wurzeligen Abfahrten im Wald äußerst herausfordernd. Immer wieder gab es Stürze im Training. Generell aber machte der Kurs den Fahrern des Teams Spaß. Im Mix mit den steilen Anstiegen und den gefährlichen Abfahrten hat dieser Kurs etwas von den beiden vorangegangenen Kursen in Albstadt und Nove Mesto na Morave. Steil bergauf wie in Albstadt und technisch anspruchsvolle Streckenabschnitte mit vielen Wurzeln wie es auch dem Biathlon Stadion in Nove Mesto bekannt ist.


„Nach dem Streckencheck am Freitag, war es am heute wichtig auch mal etwas schneller die Strecke abzufahren um mit häherem Puls in die Abfahrten zu gehen. So wird es auch im Rennen sein und man kann nicht zu 100% erholt in die Abfahrten. Vor allem nicht nach mehreren Runden“ sagt Luis Neff am Samstag nach dem letzten Test auf dem Kurs.


„Das gemeinsame abfahren des Kurses ist sehr wichtig und macht Spaß. Zusammen kann man Parts der Strecke besser analysieren und kann Tipps der Kollegen wahrnehmen die einem weiterhelfen“ so Sven Strähle, der bei den vielen Schlägen durch die wurzeligen Abfahrten besonders vorsichtig sein muss.


Die beste Linienwahl? Tipps abholen und zusammen darüber sprechen

Am Sonntag standen dann die Rennen an. Bereits um 10:15 in der früh standen Noah Neff und Florian Hamm an der Startlinie. Beide hatten hohe Ambitionen nach dem etwas verkorksten Rennen bei den Deutschen Meisterschaften in der Woche davor. Beide erwischten gute Start und Florian Hamm fand sich in den ersten Runden um die Top 40 wieder. Auch Noah Neff, der von etwas weiter hinten ins Rennen ging, kam gut rein und machte einige Plätze bis zu den Top 60 gut. Leider hat ein Kontrahent am Start die Schnalle an Noah Neffs Schuh abgefahren, sodass er keinen Halt mehr in den Schuhen hatte. Durch einen kurzen Stopp in der Feed- und Techzone konnte dieser durch Panzertape wieder gefixt werden, kostete aber Zeit. Auch bei Florian Hamm schlich sich der Defektteufel ein. Am Tag zuvor riss ihm im Training die Sattelklemme und er konnte kein wirklichen Ersatz dafür finden. Nach improvisierter Sattelklemme war das Rennen zum Scheitern verurteilt. Ihm rutschte die Stütze ständig. Er musste in einer nicht optimalen Sitzposition fahren, in der Techzone öfters zum erneuten einstellen anhalten und schlussendlich das Rennen durch Rückenschmerzen aufgeben. „Es ist so ärgerlich, da ich heute wirklich gute Beine hatte und auch gut unterwegs war. Es läuft einfach nicht so wie man es will, entweder macht der Körper nicht mit wie letzte Woche oder das Material dieses Woche“ so Florian Hamm im Ziel.


Florian Hamm mit Pech im Rennen

Bei Noah Neff ging es ab Runde 2 dann immer weiter nach hinten, da sich wie vergangene Woche wieder Atemprobleme breit machten. „Ich wollte hier antreten um zu sehen, ob das nur eine Einmalaktion war letzte Woche, wo ich bei der DM nicht gut Luft bekommen habe und so kein gutes Ergebnis einfahren konnte. Es hat sich bestätigt, zwar nicht so krass wie in der vergangenen Woche aber ich konnte einfach nicht ans Limit gehen“ so Noah Neff nachdem er durch die 80% Regel aus dem Rennen genommen wurde. „Jetzt lasse ich mich erstmal untersuchen und dann bereite ich mich auf die zweite Hälfte der Saison vor“ sagt ein sichtlich enttäuschter Noah Neff.


Noah Neff bekommt wieder schlecht Luft

Im Elite Rennen ging es für die Routiniers im Team gegen die besten Fahrer der Welt. Jedesmal ist es eine Ehre bei einem Weltcuprennen dieses Art am Start zu sein und es braucht so viel, um hier im Rennen nach vorne zu kommen. Nach einer guten Leistung bei den Deutschen Meisterschaften, bei der alle drei Fahrer in den Top Ten gelandet sind, waren diese natürlich sehr motiviert, diese Leistung auch beim Weltcup auf die Strecke zu bringen. Sven Strähle hatte die beste Startposition und erwischte auch einen guten Start, bei dem er sich schnell in den Top 60, welches das Ziel ist festsetzen konnte.


Sven Strähle im Uphill. Die erhofften letzten Prozent fehlten an diesem Tag

Auch Luis Neff konnte Plätze gut machen und war schon in den Top 80 zu finden. Nur Tim Feinauer hatte seine Startprobleme und kam etwas schlecht in den Tritt. Erst hinten raus gelang es ihm Plätze gut zu machen und näher an seine Kollegen zu kommen, ohne Erfolg. Er wurde 2 Runden vor Schluss dann durch die 80% aus dem Rennen genommen.


Tim Feinauer kämpfte sich zurück, leider etwas zu spät

„Heute lief es für mich am Start nicht so gut. Es ist schwer von weiter hinten die richtigen Lücken zu finden. Manchmal gelingt es einem, manchmal nicht. Heute war so ein Tag, an dem ich Probleme hatte. Erste gegen Ende bzw. 2 Runden bevor ich aus dem Rennen genommen wurde ging es besser und ich konnte nochmal einige Plätze gut machen“ so Tim Feinauer im Ziel.


Sven Strähle fiel derweil auch wieder etwas zurück. „Der Anfang war ganz gut, aber dann fehlten mir die Spitzen. Durch meine Pollenallergie hatte ich am Vortag auch schon Probleme und das war heute wohl der entscheidende Punkt. Ich konnte einfach nicht in die Spitzen, mal kurz aufstehen am Berg und das Tempo erhöhten war heute nicht drin“ resümiert der Böblinger Sven Strähle sein Rennen. Am Ende reichte es für den 82 Rang.


Ein konstantes Rennen auf höchstem Level für Luis Neff

Sein Kollege Luis Neff fuhr ein konstant gutes Rennen und konnte seine Position durchgehend halten. Er wurde ein Platz nach Sven Strähle als 83 gewertet. „Ich war motiviert und habe auch gut ins Rennen gefunden. Der Motor lief gut und ich konnte mich in meiner Gruppe behaupten. Klar wäre ich gerne noch etwas weiter nach vorne gekommen. Das sind aber die besten Fahrer der Welt und hier muss man um jeden Platz leidenschaftlich kämpfen. Deshalb passt das so für mich und ich bin im großen und ganzen zufrieden mit meiner Leistung“ sagt Luis Neff im Ziel.


Finished. Es braucht mehr als nur die Fahrer!

Bereits kommende Woche werden Luis Neff und Sven Strähle nach Island reisen um beim Síminn Cyclothon am Start zu stehen. Dort waren sie gemeinsam mit den Kollegen von Cube Island bereits vor ein paar Jahren erfolgreich, nachdem sie den 3 Rang einfahren konnten. Das Rennen geht 1358 Kilometer in maximal 72 Stunden durch Island und wird als Achter Team bestritten. Hier können die Fahrer abwechselnd oder zusammen die Kilometer abspulen. Wer die Distanz am schnellsten zurücklegen kann, gewinnt das Rennen. Viel Spaß und viel Erfolg Jungs!



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