WELTCUP #2 Nové Mesto na Morave

Eine Woche nach dem Weltcupauftakt in Albstadt war es schon anders Zeit für den zweiten Event im Tschechischen Nové Město na Moravě. 6 Fahrer des GTR-Teams nahmen die Reise in das Nachbarland wahr um in der Vysočina Arena am Start zu stehen. Der technisch sehr anspruchsvolle Kurs gehört im Weltcup-Zirkus zu den Lieblingsrennen der Athleten und ist nicht nur wegen dem Gelände ein richtiges Saison-Highlight.


Lars Gräter mit seinem bisher größten Erfolg. Platz 5 bei der Uci Junior Series in Nové Město na Moravě

Während das sommerliche Wetter vom Rennen in Albstadt die nachfolgenden Tage wieder verschwand, zogen dunkle Wolken über Europa. So auch in Tschechien. Es regnete bei der Ankunft am Donnerstag vor dem Rennen in Strömen und auch am Freitag sollte das zum Streckentraining nicht besser werden. Man sah den Fahrern an, das unter diesen Bedingungen der technisch sehr anspruchsvolle Kurs in Nové Město na Moravě mit vielen Wurzelpassagen und Steinfeldern nicht einfacher werden wird und wie groß der Respekt davor war.


Ein sehr anspruchsvoller Kurs in Nové Město na Moravě

Schon während der einzelnen Trainings kam es immer wieder zu heftigen Stürzen und so war es keine Seltenheit wenn der Krankenwagen an die Strecke anrücken musste. Die Fahrer des GTR-Teams kamen dennoch gut mit der Strecke zurecht, weil der Nadelwald in Nové Město na Moravě das Wasser schnell aufsaugte und es so nicht zu Verstopfungen am Rad kam und man eigentlich gut fahren konnte. Der Kurs war in diesem Zustand auch erstaunlich griffig und selbst auf den Steinfeldern konnte man die gewünschte Linie problemlos fahren.


Noah Neff und Florian Hamm im Steinfeld "NSA Rocks"

Am Samstag standen zuerst die Läufe zur UCI Junior Series an, bevor dann am Nachmittag die Weltcuprennen der U23 ausgetragen wurden. Mit am Start bei den Junioren waren Nationalkaderfahrer Fabian Eder und der Gailenkirchener Lars Gräter. Nachdem Fabian Eder das Rennen in Albstadt aufgrund einer Schulterverletzung ausließ, wollte Lars seinen 19. Platz aus der Vorwoche bestätigen - was ihm eindrucksvoll gelingen sollte. Fabian Eder hatte aufgrund der Punkte aus dem Vorjahr die bessere Startposition, während Lars Gräter wieder vom Mittelfeld ins Rennen gehen musste. Von Platz 70 konnte er sich in der ersten Runde allerdings schon in die Top 15 vorarbeiten und überholte dabei Fabian Eder, der sich um Platz 25 aufhielt, auf dem er auch ins Rennen gegangen war.


Schon Inder ersten Runde kommt Lars Gräter weit nach vorne

Nach 2 Runden war Lars Gräter sogar bis in die Top 5 aufgerückt und war etwa 20 Sekunden hinter dem Leader-Trio unterwegs. „Ich fühlte mich einfach super und der Kurs machte so Spaß. Ich liebe technische Strecken da ich auch gerne mit meinem Enduro fahre“, sagt Lars Gräter im Anschluss an das Rennen. Im weiteren verlauf des Rennens fuhr Lars auf Platz 4 mit etwa 20 Sekunden nach vorne, sowie nach hinten über den Kurs. An diesem Morgen kam zum ersten Mal die Sonne hervor und es regnete während dem gesamten Juniorenrennen nicht. Die Strecke rund um die Vysočina Arena trocknete dann auch schnell ab, was den wenigen Zuschauern ein schnelles Rennen bot.


Volle Konzentration im Downhill

Fabian Eder konnte sich über 3/4 der Distanz in den Top 20 festsetzen und mit einigen Nationalkader Athleten um die Plätze kämpfen. Aufgrund des wenigen MTB-Trainings in den letzten Wochen um die Schulterverletzung gut auszukurieren, kamen dann Rückenschmerzen dazu, das bei einem solch anspruchsvollen Wurzelkurs durchaus keine Seltenheit ist. Wenn der Rücken das nicht gewöhnt ist, können sehr schnell Schmerzen aufkommen. Er fiel zurück und konnte als 37 die Ziellinie überqueren.


Fabian Eder erwischte bei seinem Comeback nicht den besten Tag

Nach 3 von 5 Runden schwanden dann auch die Kräfte von Lars Gräter und die Gruppe von Platz 5-8 kam immer näher heran und konnte dann am Ende der 4 Runde auch aufschließen. Lars Gräter konnte noch einige Zeit mithalten, musste einen Mitstreiter dann aber ziehen lassen. Dennoch gelang es ihm seinen 5. Rang zu verteidigen und so war die Sensation perfekt. Auf Platz 5 kommt Lars über das Ziel und lies seiner Freude freien Lauf. Er jubelte ununterbrochen und man sah ihm an, das es ei perfektes Rennen für ihn war. Als zweitbester des jüngeren Jahrgangs und bestem Deutschen Fahrer konnte er die Norm für die EM und WM erfüllen und kann nun auf eine Nominierung durch den Bundestrainer hoffen.


„Das war mega, ich bin so froh das heute alles funktioniert hat. Ich wusste ich bin gut drauf und es hat einfach alles gepasst heute. Ich konnte sehr schnell nach vorne fahren und mich in den Top 5 platzieren. Von einer Startposition im vorderen Drittel wäre heute vielleicht ein Platz unter den Top 3 drin gewesen. Ich bin mega zufrieden und so froh das ich mein Ergebnis aus Albstadt bestätigen konnte und sogar übertreffen“, resümiert der sichtlich glückliche Lars Gräter sein Rennen. Glückwunsch!


Platz 5 und somit bester Deutscher und zweitbester deines Jahrgangs. Herzlichen Glückwunsch Lars Gräter!

Am Nachmittag waren dann die Herren U23 an der Reihe. Es hatte inzwischen wieder angefangen stark zu regnen und so wurde das Rennen eine echte Überlebensschlacht. Mit Florian Hamm und Noah Neff waren hier wieder zwei Fahrer des GTR-Teams am Start. Während Florian Hamm von Platz 69 ins Rennen starten konnte, musste Noah Neff von ganz hinten auf Position 156 starten. Kurz vor dem Start regnete es dann wie in Strömen und die Fahrer wollten endlich raus auf die Strecke um nicht noch mehr zu frieren. Die Fahrer wurden in das Rennen geschickt und sofort gelang es Noah Neff einige Plätze gut zu machen. Florian Hamm konnte wie auch in Albstadt einen guten Start fahren und seine Position halten. Während Florian Hamm konstant über die Strecke fuhr und sich in einer Gruppe festsetzen konnte, kam Noah Neff immer näher und näher an seinen Teamkollegen heran. Man konnte die Fahrer aufgrund des Matsches schon nach einer Runde nicht mehr richtig erkennen und so war es auch für die Betreuer sehr schwierig, die Fahrer gut zu verpflegen.


Florian Hamm war schon nach einer Runde kaum mehr zu erkennen

Noah gelang es in der letzten Runde zu seinem Teamkollegen aufzuschließen und ihn sogar zu überholen. Mit Platz 67 am Ende konnte Noah Neff sehr zufrieden sein, wenn man bedenkt das er fast 90 Plätze gut gemacht hat. „Nach dem etwas verkorksten Rennen in Albstadt war ich etwas nervös ob die Form wirklich gut ist, um weiter nach vorne fahren zu können. Es fühlte sich gut an und während dem Rennen hatte ich dann auch richtig Druck un konnte viele Positionen gut machen.“ Florian Hamm belegte am Ende Rang 75, mit dem nicht richtig zufrieden war, zumal bei ihm am Ende der letzten Runde dann auch noch Probleme mit der Kette auftraten, sodass eine richtige Weiterfahrt nicht möglich war.


Noah Neff gibt alles um weiter nach vorne zu kommen

Am darauffolgenden Sonntag hieß es dann Cross-Country Worldcup der Damen und Herren und das erfreuliche daran war, das es so aussah als wie das Wetter den ganzen Sonntag über stabil bleiben sollte. Mit am Start vom GTR-Team waren wie auch in Albstadt Luis Neff und Tim Feinauer. Erneut mussten beide aufgrund fehlender UCI-Punkte von weit hinten aus ins Rennen gehen, waren sich dies aber bewusst und wussten, das sie am Anfang viele Plätze gut machen mussten, um über mehrere Runden Distanz zu kommen, ehe der 80% Regel zum Opfer zu fallen.



Das Rennen startete super schnell und mit wohl zwei der aktuell besten Radfahrer auf diesem Planeten Mathieu van der Poel und Tom Pidcock. Luis Neff erwischte einen super Start und konnte sich in den ersten Runden bereits von Platz 158 in die Top 100 vorarbeiten.


Luis Neff erwischte einen guten Start

Tim Feinauer hingegen konnte seine Startrunde aus Albstadt nicht wiederholen und traf „falsche Entscheidungen“ wie er später auch selber sagt, um so viele Plätze wie möglich gut zu machen. Zudem kamen die Beine nicht so wirklich in Tritt, sodass es am Ende nur zu Rang 125 reichte. „Es war heute nicht mein Tag, ich hatte keinen guten Start und bin dann durch falsche Entscheidungen auch nicht wirklich weit genug nach vorne gekommen. Mich nervt es ein bisschen, weil ich es in Albstadt so gut gemacht habe“, sagt Tim Feinauer nach dem Rennen.


Tim Feinauer war nicht so zufrieden mit seinem Rennen

Luis Neff lieferte ein gutes Rennen ab und konnte sich um Rang 90 platzieren. Der technisch und physisch sehr anspruchsvolle Kurs verlangt von den Fahrern durchgängig höchste Konzentration und bietet sehr wenig Erholungsmöglichkeiten. Am Ende konnte Luis Neff dann als 92 die Ziellinie überqueren und war durchaus zufrieden mit seinem Rennen. „Es war klar, das heute die Top 100 wieder das Ziel waren. Wie in der vergangenen Woche wollte ich dieses Ziel erreichen. Das ist mir gelungen und deshalb bin zufrieden. Jetzt heißt es die Form zu behalten und dann bei der DM ein gutes Rennen abliefern“ sagt Luis Neff im Ziel.


Danke auch an unsere Supportcrew Carlota Monn und Katleen Bock die uns über das gesamte Wochenende zur Seite standen und sich um die Fahrer gekümmert haben!


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