Weltcup #1 Albstadt

Endlich war es soweit, der erste Lauf des Weltcups 2021 stand vor der Türe und dazu auch noch der Heimweltcup in Albstadt. Nach erfolgreichen Wochen für das GTR-Team war alles angerichtet, um sich mit den besten Fahrern der Welt zu messen.


Luis Neff kurz vor dem Albstadt-Drop

Am Donnerstag, 06. Mai ging es für den Großteil bereits Richtung Schwäbisch Alb. Seit nunmehr einigen Jahren zählt der Event in Albstadt zum UCI Weltcup Kalender und daher kennen die meisten Fahrer den Streckenverlauf auch schon gut. Dieses Jahr haben sich die Organisatoren aber einige Veränderungen zu den vergangenen Rennen einfallen lassen. Gerade im Albstadt Drop zu den Teufelswellen wurden zwei Sprünge integriert, die den Fahrern einige Probleme bereiten sollten, wie sich später dann auch herausgestellt hat.


Aufgrund des Regens wurde das Training in die Teamarea verlegt

Nach erfolgreicher Ankunft wurde die Teamarea bei starken Regenschauern aufgebaut. Der Wetterradar zeigte für Donnerstag und Freitag jeweils Regen an und so war nach dem Aufbau des Zelts eigentlich auch schon geklärt, das die Jungs und Mädels an diesem Tag nicht mehr auf die Strecke fuhren. Zu stark werden die Unterschiede sein. Am Wochenende war gutes Wetter angesagt und man konnte annehmen, das sich die Strecke dadurch stark verändern wird. Am Freitag regnete es dann nur bis Mittag und so gingen die Fahrer auf eine erste Testfahrt auf den Kurs. Eine klassische Strecke mit zwei Hauptanstiegen und darauffolgenden Abfahrten galt es zu meistern. Pünktlich zurück in der Unterkunft zum Start des XCC Rennens, sahen sich die Jungs und Mädels dann das erste Spektakel der CC-Fahrer in diesem Jahr an. Beachtlich hört man immer wieder „Wow, wie die antreten.. wie machen die das?“ aus den Reihen auf dem Sofa.


Lars Gräter auf dem Weg zu Rang 19

Mit Anbruch des Samstags, kam dann endlich die vorhergesagte Sonne nach draußen und pünktlich zu den Rennen war die Strecke in den meisten Teilen fast komplett ausgetrocknet. Um 9:30 Uhr ging Junior Lars Gräter auf die Strecke, leider nicht zusammen mit seinem Teamkollege Fabian Eder aufgrund eines Trainingssturzes, dennoch sehr motiviert nach seinem Sieg in der Slowakei eine Woche zuvor. Von Startposition 74 kämpfte sich Lars Gräter schnell nach vorne und war zusammen mit Paul Schehl auf dem Weg in die Top 20. Eine Top 20 Platzierung bringt Lars schon die B-Norm für die anstehende WM und ebenso viele Punkte, die er weiterhin für eine bessere Startplatzierung bestens gebrauchen kann. In Runde 3 von 4 musste der Gailenkirchener GTR-Fahrer dann seinen Kollegen Paul Schehl ziehen lassen, konnte aber seine Position behaupten und schlussendlich nach einer harten, aber starken letzten Runde auf dem 19. Rang über die Ziellinie fahren. „Top 25 war das Ziel, das habe ich heute geschafft und das es sogar für die Top 20 reicht, obwohl ich in der Startrunde in einigen Teilen laufen musste, freut mich umso mehr. Meine Leistung möchte ich beim kommenden Rennen in Tschechien bestätigen und mich für den BDR-Kader empfehlen.“ so Lars Gräter im Ziel.


Top 20 und drittbester deutscher Junior waren genug für das erste MTB-News Interview

Ein perfekter Start für das GTR-Team in den Heimweltcup. Nach den Junioren waren dann die Juniorinnen am Start. Zum ersten Mal mit dabei, Johanna Theobald. Für die junge Fahrerin war es das erste Rennen im GTR-Dress und dann gleich noch eine UCI Junior Serie. Man sah Johanna Theobald den Respekt vor dem Kurs in Albstadt an, dennoch nahm sie diese Herausforderung an und stellte sich dem Kurs im „Bullentäle“. Nach der Hälfte der Startrunde ging Johanna Theobald in den zweiten Anstieg hinein, einige Fahrerinnen konnte sie vom Ende des Feldes schon überholen. Aufgrund des Wetterumschwungs wurde es Johanna Theobald im Anstieg auf einmal schwindelig und sie kippte von ihrem Rad. Nach kurzem Durchatmen ging es aber nicht weiter und so schied Johanna Theobald in ihrem ersten Rennen in Runde 1 aus. Gute Besserung, das nächste Rennen wird wieder besser laufen!


Johanna Theobald im Training

Nach dem Rennen der Juniorinnen stand der letzte Streckentest für die Elitefahrer auf dem Programm. Luis Neff und Tim Feinauer gingen noch einmal auf die Strecke, und das mit Schwalbe Thunder Burt vorne und hinten. „Die Wettervorhersage für den Renntag sind 28 Grad. Die Strecke ist heute schon stark abgetrocknet, im Wald wird es noch etwas rutschig sein, aber morgen wird das auf jeden Fall unsere Reifenwahl sein.“ So die beiden vor dem Training.


Florian Hamm vor dem Start des U23 Rennens

Um 15 Uhr war es dann soweit und die Herren U23 wurden zum Start gebeten. Mit dabei, Florian Hamm und Noah Neff. Im Gegensatz zu Noah Neff mit Startplatz 122, ging es für Florian Hamm von Position 58 ins Rennen. Beide Fahrer waren auf dem 2021 Cube Elite C:68X SLT unterwegs, welches perfekt für die steilen Anstiege auf diesem Kurs gemacht ist. Mit den PiRope Faserspeichen und den Newmen Advanced X.A.30 Felgen bringt das Rad unter 9kg auf die Waage, was es natürlich extrem schnell klettern lässt, ein Vorteil auf diesem Kurs. Florian Hamm kam am Start gut weg und konnte sich während dem Rennen auch ständig in den Top 60 behaupten. Noah Neff kämpfte sich durch die hinteren Reihen des Feldes bis in die Regionen um Platz 80 nach vorne, ehe ihm gegen Ende etwas die Luft ausging. Florian Hamm verlor nach der Hälfte des Rennens den Anschluss an eine größere Gruppe und verlor ein paar Plätze. Am Ende kommt Florian Hamm auf Platz 68 ins Ziel. „Ich hatte den erhofften Start, bei dem ich mich gut behaupten konnte und wenig Plätze gut, aber auch wenig Plätze verloren habe. Nach der Hälfte des Rennens konnte ich nicht mehr richtig ans Limit gehen und musste ein wenig rausnehmen. Ich bin nicht super zufrieden, aber auch nicht unzufrieden.“ sagt Florian Hamm nach der Zieleinfahrt. Auch Noah Neff fehlte in den letzten beiden Runden die nötige Kraft um weiter Boden gut zu machen. Er verlor rund 10 Plätze um kommt auf Position 93 ins Ziel. „ Ich wusste das mir die Strecke hier nicht entgegenkommen wird, da ich für die steilen Anstiege einfach zu schwer bin. Ich weiß das die Form gut ist, das hat mir das Rennen in Leukerbad mit Platz 8 gezeigt. Nächste Woche sollte mir der Kurs besser liegen und ich hoffe, ich kann dort eine bessere Leistung abrufen.“ resümiert Noah Neff sein Rennen.


Noah Neff im Dual-Climb Anstieg
Florian Hamm belegt am Ende P68

Am Sonntag dann, war der Tag der Elite Damen und Herren gekommen. Vom GTR-Team mit am Start waren Luis Neff und Tim Feinauer. Mit den Startplätzen 159 und 169 gab es nur eine Devise - Vollgas nach vorne, damit so viele Runden wie möglich gefahren werden können, bevor die 80% Regel greift. Die Erwartungen waren nicht hoch, mit den Top 100 wären dennoch beide zufrieden. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite und schon früh am Morgen konnte man erahnen, wie warm es während des ersten richtigen Sommertages in 2021 werden könnte. Beide zogen sich die 2.35 Schwalbe Thunder Burt vorne und hinten auf, da der Kurs super schnell war und nur an gewissen Teilen noch teils etwas rutschig oder nass. Um 14:35 Uhr fiel dann der Startschuss bzw. Wurden die Fahrer mit dem grünen Startlicht auf die Strecke geschickt. Von Anfang an merkte man das dies ein schnelles Rennen werden würde. Tim Feinauer erwischte einen super Start und konnte sich nach der Startrunde schon gut 40 Plätze nach vorne arbeiten. Luis Neff hingegen fand nicht die richtigen Lücken und er konnte sich nur langsam nach vorne arbeiten. Während sich an der Spitze eine Führungsgruppe mit 4-5 Fahrern bildete überholten Luis Neff und Tim Feinauer weitere Fahrer und vor allem Luis Neff kam nach 2 Runden richtig in Tritt. Er konnte in Runde 4 von 6 zu Tim Feinauer aufschließen und so waren sie fast gleich auf. Während Tim Feinauer seinem Starttempo etwas Tribut zollen musste, war Luis Neff weiter auf Positionen Jagd.


Luis Neff klettert mit seinem Cube C:68X Pro das Bullentäle hinauf

Zu aller Überraschung schafften es beide Fahrer des GTR-Teams über die kompletten 6 Runden, was bei diesem schnellen Rennen eine erstaunliche Leistung ist. Luis Neff konnte sich bis auf Rang 85 nach vorne arbeiten und einige erfahrene Profisportler hinter sich lassen. „Ich wusste es wird schwierig heute nach vorne zu kommen aber ich habe einfach gar nicht so viel nachgedacht und einfach Gas gegeben. Als ich dann Tim vor mir sah, motivierte es mich nochmal und auch Julian Schelb konnte ich einholen. Das ich Nationalkaderfahrer bei meinem ersten Elite Weltcup schlagen kann und am Ende 7. bester Deutscher werde habe ich nicht gedacht. Wahnsinn! Nächste Woche steht dann der Weltcup in Nove Mesto an, die Strecke liegt mir, ich freue mich drauf“ so Luis Neff nach dem Rennen. Tim Feinauer war auf Position 91 unterwegs, ehe ihm nach dem letzten Downhill vor dem Ziel die Kette runterfiel. Er verlor nochmals 5 Plätze und wurde 96. „Ich bin super zufrieden heute. Ich wusste das ich am Start Gas geben muss, das hat mir Sam auch gesagt. Ich bin die ersten Runden etwas über dem möglichen gefahren, mit dem Ziel über die komplette Distanz zu kommen. Das Ziel habe ich erreicht und auch die Top 100 geknackt. Nächste Woche hoffe ich auf ein ähnliches Ergebnis.“ sagt Tim Feinauer nach dem Zieleinlauf.


Steile Anstiege und anspruchsvolle Abfahrten. Alles vereinbart der WC-Kurs in Albstadt.

Team-Manager Sam Weber war zufrieden mit seinen Sportlern über das komplette Wochenende. „Man muss sehen, das ist Weltcup, die höchst mögliche Kategorie die man als MTB-Sportler fahren kann. Die ganze Welt reißt hier an und wenn man dann bei den Junioren drittbester Deutscher Fahrer wird, beim U23 Rennen nach vorne fährt und bei den Elite Herren bei Profisportlern über die Strecke fährt und 7 bzw. 9 bester Deutscher wird, ist das eine beachtliche Leistung. Wenn man sieht wo wir herkommen, macht es mich stolz das wir zu den erfolgreichsten Teams in Deutschland gehören.“ sagt Sam Weber vor der Heimreise. Jetzt steht der nächste Weltcup in Nove Mesto na Morave vor der Tür. Hoffen wir auf ein ähnlich erfolgreiches Wochenende!





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