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Lia Schrievers wird Deutsche Vize-Meisterin 2020

Lia Schrievers vom Untermünkheimer German Technology Racing Team ist am vergangenen Wochenende in Ihrem letzten U23-Rennen der Frauen Deutsche Vizemeisterin im olympischen Cross Country geworden. Der Enslinger Tim Feinauer wurde ebenfalls in seinem letzten Rennen in der U23-Klasse starker 7ter. Max Holz, der Mitgründer des GTR-Teams, konnte in seinem letzten MTB-Rennen seiner Karriere einen Top 10 Platz ergattern.


Vor einiger Zeit wusste man nicht, wie die Saison in Deutschland weiter verlaufen sollte. Der Corona-Virus hat auch den Mountainbike-Sport getroffen. Die WM in Albstadt wäre in Deutschland das Highlight schlechthin geworden und man hat sich erhofft, das der MTB-Sport dadurch in Deutschland auch weiter an Bedeutung gewinnt. Leider wurde aufgrund des Viruses alles abgesagt was die Rennen in Deutschland angeht und man wusste nicht, welche Rennen überhaupt stattfinden können. Im Laufe des Jahres konnte man sehen, die Situation verbessert sich und der ausrichtende Verein aus Obergessertshausen, MSC Wiesenbach, meldete sich für die Austragung der Deutschen Meisterschaft Ende Oktober beim BDR (Bund Deutscher Radfahrer) nachdem die geplante DM in Freudenstadt vom Veranstalter als nicht durchführbar in 2020 abgestempelt wurde. 

Froh war man in der MTB-Szene das in Deutschland neben der DM Marathon auch doch noch die XCO DM stattfinden kann. Vor allem für die Sportler war es ein Ziel, auf das man weiterhin motiviert hinarbeiten kann.


Wer die letzten Wochen die Nachrichten verfolgt hatte, wusste das sich die Situation mit dem Virus wieder verschlimmert und nach und nach die einzelnen Gebiete wieder als Risikogebiete eingestuft wurden. Auch die DM in Obergessertshausen war auf der Kippe, allerdings hat der Veranstalter sich darauf schon vorbereitet und vermeldete dann nur noch, das keine Zuschauer vor Ort erlaubt sein werden. Auch vor Ort war alles gut organisiert und einer erfolgreichen Veranstaltung stand nichts mehr im Wege. 


Mit Lia Schrievers und Tim Feinauer in der U23 Klasse, sowie Max Holz, Sven Strähle und Luis Neff in der Elite Klasse, hat das Untermünkheimer GTR-Team auch einige Kandidaten im Team, welche vordere Platzierungen einfahren können. Die Tage vor dem Rennen waren sehr regnerisch und auf das Rennen zu, wurde der Regen immer schlimmer und auch die äußeren Bedingungen ließen nicht auf ein trockenes Rennen hoffen. Die Reifenwahl wurde äußerst gründlich diskutiert und am Renntag war klar, das die Matschreifen auf die Laufräder aufgezogen werden mussten.


Der Enslinger Tim Feinauer, der neben Noah Neff, Lennard Brolich und Joris Enk für die Equipe am Start stand, war der Fahrer mit den besten Chancen auf eine Top-Platzierung. Bereits in der ersten Runde sah man den Fahrern den Kampf an. Überall flog der Dreck um sie herum und die Strecke war zu 75% nicht mehr fahrbar. Das Rennen wurde für das Material eine echte Herausforderung, immer wieder mussten Fahrer in der Tech Zone vom Rad um Schaltung und restliche Dinge vom Dreck zu befreien. Tim Feinauer konnte sich sofort in den Top 10 festsetzen und lag am Anfang des Rennen mit einigen Fahrern zusammen. Die Abständen zwischen den Fahrern wurde nun immer größer und man sah vor lauter Dreck auf den Reifen das Rad gar nicht mehr. Viele Fahrer hatten technische Probleme oder stiegen gar aus dem Rennen aus, da sie nicht mehr vom Fleck gekommen sind und sich das Rad nicht mehr drehte, vor allem diese, die die falsche Reifenwahl getroffen hatten. Lennard Brolich gab das Rennen mit körperlichen Beschwerden auf und Noah Neff und Joris Enk hatten beide Probleme mit dem Rad und wurden schlussendlich von der 80% Regel aus dem Rennen genommen. (80% Regel = wenn die Spitze so schnell fährt das sie auf den Schluss des Feldes auffährt wird der Fahrer, der am Ende des Feldes ist, 20% vorher aus dem Rennen genommen.) Tim Feinauer konnte sich Runde für Runde nach vorne arbeiten und war bereits auf Rang 8 vorgefahren. Die Abständen wurden immer geringer und Tim ist bekannt dafür, am Ende des Rennens nochmal einen Zahn zulegen zu können. So ging er mit einem 45 Sekunden Rückstand auf Platz 7 in die letzte Runde und konnte diesen bis zum Ende der Runde gut machen und somit den 7. Platz einfahren. 

Tim Feinauer auf dem Weg zu Platz 7

„Heute war es ein extremer Kampf mit sich selber und dem Material, bei den Schiebepassagen habe ich mit einer Hand mein Rad geschoben und mit der anderen den Dreck zwischen der Kurbel und dem Rahmen entfernt sowie das Schaltwerk vom Dreck und Gras befreit. Anders wäre ich heute ohne anzuhalten nicht durchgekommen“, so Feinauer im Ziel. „Mein Ziel war eigentlich ein Top 5 Ergebnis, aber heute bin ich zufrieden mit dem 7. Platz und vor allem damit, heil und ohne größeren Sturz im Ziel angekommen zu sein.“ So Tim weiter.


Im darauffolgenden Rennen ging wohl der größte Favorit der Untermünkheimer ins Rennen. Lia Schrievers, Teil der Nationalmannschaft, gerade zurückgekehrt von den Welt- und Europameisterschaften war neben Nina Benz die Favoritin für den Titel in der U23 Damen Klasse. Von Anfang an duellierten sich die beiden Kontrahentinnen. Lia hatte den besseren Start und war zwischenzeitlich bis zu 20 Sekunden von ihrer Konkurrentin in Führung liegend. Allerdings bremsten auch sie immer wieder Probleme mit der Kette und der Schaltung durch den sich ansammelten Dreck. Benz schloss zu Lia auf uns konnte sie Mitte der vorletzten Runde dann auch distanzieren. Zwischendurch lag der Abstand zwischen den beiden bei ca. 1min. Ehe Lia in der letzten Runde nochmal den Turbo zündete und bis auf 25 Sekunden rankam. Allerdings reichte dies nicht mehr für den Sieg. Am Ende wird sie deutsch Vizemeisterin. „Ich musste ein paar mal anhalten um den Dreck vom Rad zu entfernen und mir fiel auch 2 mal die Kette vom Ritzel. Wenn alles glatt gelaufen wäre, hätte ich wohl um den Titel kämpfen können.“ So Schrievers nach dem Rennen. 

Lia während des Starts. Noch waren Fahrer und Bike sauber.

Beim letzten Rennen, dem Elite Herren Rennen war die Creme de la Creme des deutschen MTB-Sports an der Startlinie. Neben Olympia Teilnehmer Manuel Fumic aus Kirchheim standen von den Untermünkheimern Luis Neff, Max Holz, Sven Strähle und Jakob Hartmann am Start. Die Strecke hatte sich mittlerweile richtig fest gefahren und der Boden wurde immer weicher. Zudem fing es vor dem Elite Rennen nochmal zu nieseln an und somit mussten auch die Elite Fahrer mit den harten Bedingungen klarkommen. Alle Fahrer der GTR Equipe erwischten einen guten Start und waren um Platz 10-15 zu finden. Jakob Hartmann hatte bereits in der ersten Runde Probleme mit der Kette und musste diese wieder fixen. Dies ist am Anfang eines Rennens in dem ein hohes Tempo eingeschlagen wird immer sehr ärgerlich und kostet viel Zeit. Sven Strähle und Luis Neff erwischten den besten Start und lagen nach einer Runde auf Platz 10. Allerdings hatte der Zottishofener Luis Neff dann einen Defekt und musste das Rennen leider aufgeben. In der Folge verkürzte Max Holz den Abstand zu Sven Strähle und ging in der Mitte des Rennens auch am Böblinger vorbei. Sie fighteten um den Top 10 Platz, den sich Max am Schluss souverän sichern konnte. Für den Mitgründer des GTR-Teams, der zusammen mit Michael Weber das Team vor 4 Jahren gegründet hat, war es vorerst das letzte Mountainbike-Rennen seiner Karriere. „Ich hätte mir für mein letztes Rennen kein besseres Ergebnis wünschen können. Top 10 bei der Deutschen XCO Meisterschaft neben Fulltime Job und allem was dazu gehört, ist wirklich das maximale der Gefühle. Nun freue ich mich auf einen Zeit Abseits der Rennstrecke und genieße die Zeit.“ So der Münchener Holz nach der Zieleinfahrt. Hinter ihm folgten Sven Strähle auf Platz 11 und Jakob Hartmann auf Platz 13, welcher sich Runde für Runde von seinem Pech am Start nach vorne gearbeitet hatte. 

Sven Strähle, Luis Neff und Max Holz in der Einführungsrunde

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