DEUTSCHE MEISTERSCHAFT BAD SALZDETFURTH

Am 19. Juni stand eines der Saisonhighlights mit der Deutschen Meisterschaft in Bad Salzdetfurth an. 8 GTR-Fahrer standen an diesem Wochenende in der Sportstadt auf der Startliste. Nach ein paar Jahren Abstinenz ist auch Bad Salzdetfurth zurück mit einem Mountainbike-Event in Deutschland und das mit der Deutschen Meisterschaft 2022.


Back to Back Deutscher Junioren Vizemeister, Lars Gräter (li.)

Die wohl größten Chancen auf einen Titel oder auf eine Podiumsplatzierung hatten die U19 und U23 Fahrer. Bei den Junioren stand mit Lars Gräter der Vizemeister aus dem Vorjahr am Start, bei den U23 Herren der amtierende Deutsche Juniorenmeister aus 2021 Fabian Eder und Noah Neff. Nils Schmidt musste seine Teilnahme in der U19 leider krankheitsbedingt absagen.


Pünktlich um 10 Uhr fiel der Startschuss zum Juniorenrennen, vom Start weg kontrollierte Lars Gräter das Rennen und musste sich nur vom starken Paul Schehl überholen lassen. Dieser baute seinen Vorsprung auf den Gailenkirchener kontinuierlich aus. Im Kampf um Rang 2 hatte es Lars Gräter mit Benjamin Krüger zu tun, welcher einen starken Eindruck hinterließ. Immer wieder in der Führung abwechselnd gingen die beiden über den Kurs in Bad Salzdetfurth. Der Kurs, sehr modern in und um den Bikepark der Sportstadt herum, machte den Fahrern Spaß, verlangte aber auch einiges an Können. Es ging einen Rock Garden hinauf, bei dem einige vor allem im Laufe des Rennens Probleme hatten. Immer wieder mussten Fahrer absteigen und das Rad über die Hürden schieben. Toll, was die Bad Salzdetfurther da auf die Beine gestellt haben. Eingangs der letzten Runde stand der Sieger mit Paul Schehl (Lexware) fest, außer bei Defekt. Im Kampf um den Vizemeistertitel ging es bis in die letzte Runde hinein sehr eng zu. Lars Gräter nutzte seine Abfahrtsvorteile vom höchsten Punkt der Strecke aus ins Ziel und setzte sich dort von seinem Mitstreiter Krüger ab. Am Ende wollte er es nicht auf einen Schlusssprint rauslaufen lassen und sicherte sich dann schlussendlich souverän den zweiten Platz – zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres.


Das U23 Rennen war unter den Deutschen das wohl spannendste Meisterschaftsrennen an diesem Tag. Es gab 5-6 potentielle Sieger und wie man weiß, Meisterschaften haben immer ihre eigenen Gesetze. So ging es vom Start weg heiß her. Nachdem Noah Neff einen guten Start erwischte und sich gleich in den Top 5 festsetzen konnte, gelang Fabian Eder der Start nicht. Der Töginger verfehlte aus der ersten Reihe startend das Pedal und verlor schon vom Start weg wichtige Positionen. Nichtsdestotrotz kämpfte er sich zurück in Sichtweite seines Teamkollegen. Im Verlauf des Rennens konnte Noah Neff den vierten Platz erobern und diesen behaupten. Ein wenig Platz nach vorne und hinten verschaffte ihm Platz und keine Gefahr durch einen Kontrahenten, welchen ihn aus dem Tritt bringen könnte. Bei Fabian Eder, etwa 20 Sekunden hinter Noah Neff versammelte sich eine vierköpfige Verfolgergruppe, die mit Zug zusammenarbeitete. Noah Neff konnte sich behaupten und seinen vierten Platz ins Ziel bringen, auch wenn er sogar gegen Ende des Rennens bis auf wenige Sekunden an das Podest herangekommen war. Den Fight um Rang 5 entschied Fabian Eder dann auch noch für sich und so konnte das Untermünkheimer Team ein Ergebnis mit zwei Fahrern in den Top 5 Deutschlands feiern.

Nach dem U23 Rennen folgte das Rennen der Damen. Hier war Ronja Theobald mit von der Partie, die in ihrem ersten Jahr in der U19 mit einem Top 10 Ergebnis zufrieden wäre. Sie konnte sich schon bei einigen Rennen dieses Jahr gut im Juniorinnen Feld behaupten, so sollte es ihrem Wunsch nach auch bei der Deutschen Meisterschaft sein. Vom Start weg ging Ronja Theobald volle Attacke und platzierte sich hinter den starken Nationalkaderfahrerinnen auf Rang 4. Über das Rennen hinweg kam der vierte Platz nie in Gefahr und so sicherte sich die junge Fahrerin souverän die Holzmedaille.


Im Rennen der Herren Elite starteten Sven Strähle, Tim Feinauer und Florian Hamm. Alle drei rechneten sich ein Top 10 Ergebnis als Ziel aus, dennoch wusste man dass es schwer wird und dazu einen guten Tag haben sollte. Den schlechtesten Tag überhaupt erwischte Sven Strähle, der schon 20 Meter nach dem Start einen Kettenriss verzeichnete. Die halbe Startrunde laufend ging es für den Böbinger in die Techzone, wo die Ketten gewechselt werden konnte. Schon kurz darauf, als er die Verfolgung aufgenommen hatte, riss die zweite Kette ebenfalls. So ärgerlich und bitter stellt sich kein Fahrer sein Rennen der Deutschen Meisterschaft vor. Tim Feinauer und Florian Hamm hingegen konnten sich im starken Fahrerfeld der Elite in den Top 15 einreihen und fuhren die ersten Runden zusammen um die Runde im Bikepark Bad Salzdetfurth. Im Laufe des Rennen kristallisierte sich heraus, das die beiden sogar etwas nach vorne gekommen sind. In einer Dreiergruppe ging es über Stock und Stein im Outdoorpark auf den Rängen 11 und 13. Nach vorne waren die Abstände allerdings zu groß, um am Ende nochmal wirklich Boden gut zu machen. Tim Feinauer konnte sich in der letzten Runde nochmals deutlich von seinem Teamkollegen absetzen und sicherte sich so den 11. Platz bei der Deutschen Meisterschaft 2022. Florian Hamm verlor den Sprint um den 12. Platz leider knapp und fand sich in der Ergebnisliste auf dem 13. Platz wieder.


Eine wieder einmal erfolgreiche Deutsche Meisterschaft mit 4x Top 5 und insgesamt 6x Top 15 Ergebnissen. Das hätte durch die Ausfälle während dem Wochenende bestimmt noch besser ausfallen können, aber so ist es eben im Sport. Nicht immer läuft alles rund, trotz allem geht es immer weiter.



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